Erweiterte Suche
wir fanden 0 Ergebnisse
Ihre Suchergebnisse

Immobilien-Newsletter April 2019 für Eigentümer

Veröffentlicht von Nadine Mahler auf 24. April 2019
| 0

In diesem Newsletter informieren wir Sie über:

  • Rauchen in der Wohnung: Wann kann Schadenersatz verlangt werden
  • Umständlich modernisiert: Warum Ihr Mieter Ihnen deswegen etwas von der Rechnung streichen darf
  • Kündigung wegen Eigenbedarf nach Neuvermietung
  Thema 1: Nikotinvergilbte Wände: Wann Sie vom rauchenden Mieter Schadenersatz fordern können Rauchen in einer Mietwohnung geht über den vertragsgemäßen Gebrauch hinaus und begründet eine Schadenersatzpflicht des Mieters. Exzessives Rauchen durch den Mieter hinterlässt deutliche Spuren in der vermieteten Wohnung. Sind die Decken, Wände oder Türen schon nach kurzer Mietzeit vergilbt und hat sich der Zigarettengeruch in die Tapeten eingefressen, steht Ihnen als Vermieter nicht automatisch Schadenersatz zu. Gute Chancen bestehen nur, wenn durch das Rauchen die Mieträume mehr als nur vertragsgemäß abgenutzt wurden. Das ist der Fall, wenn sich die „Rauchspuren“ nicht mehr durch normale Schönheitsreparaturen beseitigen lassen. Ein Vermieter aus Bonn hatte gleich doppelt das Nachsehen: Zum einen war seine Renovierungsklausel unwirksam, zum anderen ließen sich die Spuren des Tabakkonsums seines Mieters schon durch normales Tapezieren beseitigen. Praxis-Tipp: Wenn Sie nicht eine total verrauchte Wohnung zurückhaben wollen, bleibt Ihnen nur eines: Vereinbaren Sie mit Ihrem Mieter individuell, dass nicht in Ihren Mieträumen geraucht werden darf. Am besten schreiben Sie dies handschriftlich in Ihren Mietvertrag hinein!   Thema 2: Umständlich modernisiert: Warum Ihr Mieter Ihnen deswegen etwas von der Rechnung streichen darf Der Vermieter kann die Miete bei einer Modernisierung nur insoweit erhöhen, als die von ihm aufgewendeten Kosten hierfür notwendig waren. Unnötige Modernisierungsaufwendungen hat der Mieter nicht zu tragen. Planen Sie eine Modernisierung, dürfen Sie den Mieter nicht mit unnötigen, unzweckmäßigen oder mit überhöhte Kosten belasten (Luxusmodernisierung). Mit Luxusmodernisierung sind nicht goldene Wasserhähne oder Marmorfußböden gemeint. Tatsächlich ging es bei einem Vermieter aus Hamburg um zwei Wasserzähler, die er in die Mietwohnung einbauen lies: Einen für die Küche, einen fürs Bad. Weil es zwei getrennte Steigleitungen gab, wurde der Einbau aufwändiger als gedacht. In der Küche lies der Vermieter gleich die ganze Arbeitsplatte abmontieren, um 12 Fliesen abschlagen zu können. Die mussten weg, weil sonst ein Herankommen an den Wasserleitungsschacht unmöglich gewesen wäre laut dem Vermieter. Aus Sicht des Mieters wäre der Aufwand deutlich geringer gewesen, wenn man einfach den Unterschrank rausgezogen hätte. Rechtlich ist es so: Bei der Zusammenstellung der Kosten dürfen Sie nur die wirklich notwendigen Kosten einstellen. Unnötige, unzweckmäßige und überhöhte Aufwendungen sollten Sie weglassen, denn es wäre unbillig, dem Mieter im Rahmen einer Modernisierung solche Kosten aufzuerlegen. Deswegen musste der Vermieter die Demontage der Arbeitsplatte streichen, nicht aber die Kosten für das Abschlagen der Fliesen und den Einbau der Wasserzähler. Praxis-Tipp: Arbeiten Ihre Handwerker zu umständlich, sollten Sie handeln. Ihr Mieter könnte Ihnen nämlich die Kosten kürzen, wenn er sich die Liste Ihrer Modernisierungskosten näher anschaut, da der Mieter überhöhte, unzweckmäßige und unnötige Kosten nicht hinnehmen muss.   Thema 3: Dem neuen Mieter wegen Eigenbedarf kündigen: Wie lange Sie warten müssen Eine Eigenbedarfskündigung kurz nach Einzug ist nicht zulässig. Wer nur ein kurzzeitiges Interesse an einer Vermietung hat, muss dies seinem Mieter mit einem Zeitmietvertrag offenlegen. Ein Vermieter vermietete seine Wohnung. Doch nur weniger als 3 Monate später wollte er sie wieder selbst bewohnen. Er hatte geheiratet und brauchte die Wohnung nun als Familienwohnung. Deswegen kündigte er seinem Mieter wegen Eigenbedarf. Erfolglos! Dem Bundesgerichtshof war die Zeitspanne zwischen Mietvertragsabschluss und Eigenbedarfskündigung zu kurz. Wer seine Wohnung auf unbestimmte Zeit vermietet, obwohl zumindest erwägt wird, bald selbst dort einzuziehen, setzt sich zu seinem eigenen Verhalten selbst in Widerspruch. Sie müssen den Mieter über Ihre Absichten oder zumindest über Ihre möglichen Absichten aufklären. Praxis-Tipp: Wenn Sie bereits bei Vertragsabschluss wissen, dass Sie die Wohnung eventuell für eigene Zwecke benötigen, sollten Sie Ihren Mietvertrag befristen. Tragen Sie Ihren möglichen Eigenbedarf gleich als Befristungsgrund in den Mietvertrag ein. Selbst dann, wenn Sie sich noch nicht sicher sind.

Hinterlassen Sie eine Antwort

Ihre E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht.

Vergleiche Einträge